Schwert-/ Säbelkampfkunst im Systema
Am 8./ 9. Juli 2007 fand im TV Eibach 03 das 7. Seminar zum Schwert-/Säbelkampf der Altrussischen Kampfkunst Systema mit Teilnehmern aus ganz Deutschland statt. Unter der Leitung von Systema Bundestrainer Andreas Weitzel wurden insgesamt 10 Stunden intensiv trainiert. Wie bei allen Systema Seminaren herrschte eine entspannte und freundliche Trainingsatmosphäre und alle Teilnehmer, Fortgeschrittene wie Anfänger, konnten von den Grundlagen (Biomechanik des Schwertkampfes also z.B. die korrekte Haltung und Führung der Waffe, Schrittarbeit, Distanzen und Winkel, Strategie und Taktik des Angriffs und der Verteidigung) bis hin zu Spezialanwendungen (z.B. Führen von 2 Waffen Messer/Schwert, Kampf gegen mehrere Gegner) einen Einblick in die Vielfalt des Schwert-/Säbelkampfes im Systema gewinnen.
Sicher stellt sich nun berechtigter Weise die Frage, warum man sich in unserer Zeit noch mit so archaisch anmutenden Waffen beschäftigt, die heute allenfalls historische Bedeutung haben.
Durch das derzeit sehr rege Interesse an der Kultur des Mittelalters findet auch der Schwertkampf und sein historisches Umfeld in der breiten Öffentlichkeit wieder Beachtung. Auf Mittelaltermärkten oder Ritterfestspielen wird dem Publikum in Schaukämpfen eine Interpretation des historischen Schwertkampfes dargeboten, die sehr beeindruckend aussieht und mit viel Engagement und zeitgenössischem Interesse erarbeitet wurde. Das Nachempfinden und Erforschen des mittelalterlichen Zeitgeistes mit seinen ritterlichen Tugenden und Gepflogenheiten steht hier stark im Mittelpunkt. Die Faszination des Schwertes als „letzte ehrhafte und würdige“ Duellwaffe, bevor die Erfindung der Schußwaffen die Auseinandersetzung Aug´ in Aug´ mit dem Gegner in den Hintergrund drängte, kulminiert sicherlich im ritterlichen Zweikampf, wo physische und psychische Kräfte gemessen werden. Gekleidet in Rüstungen, Kettenhemden und Harnische, bewaffnet mit Schild, Schwert oder Streitaxt, tritt man zu Fuß oder zu Pferd gegeneinander an. Schwerter klirren, Rüstungen klappern und die Kämpfer wanken unter der Wucht der Hiebe bis einer besiegt zu Boden sinkt. Dieses Szenario ist jedoch in keiner Weise auf die Auffassung und Ausübung von Schwert- / Säbelkampf im Systema übertragbar.
Im Systema gehen wir einen ganz anderen Weg. Es geht nicht um das Nachahmen, Darstellen oder Wiederentdecken einer altehrwürdigen Kunst aus vergangener Zeit um ihrer selbst willen, sondern um Grundlagentraining und den Erhalt und die Weiterentwicklung einer noch heute lebendigen Tradition. Die Handhabung von Schwert und Säbel basiert im Systema auf über Jahrhunderte hinweg überliefertem Wissen, das bis in die heutige Zeit erhalten ist. Noch im 2. Weltkrieg kämpften Kosakeneinheiten mit dem Säbel! Es gab in der Altrussischen Kampfkunst weder eine Ritualisierung und Reduzierung der Bewegungsformen noch eine Versportlichung oder eine Ausprägung zum geistigen Weg, wie man es zum Teil aus anderen Kampfkünsten kennt. Auf der Technik des Schwert-/Säbelkampfes basiert im Systema sowohl der waffenlose Kampf als auch der Umgang mit anderen Waffen.
Historisch gesehen sind Schwert und Säbel nämlich die Basis der Bewegungsschule und der Kampfanwendungen im Systema, daher sind Schwert-und Säbelkampf noch heute ein fester Bestandteil des modernen Trainings. Der Schwert-/Säbelkampf ist somit keine Teildisziplin der Altrussischen Kampfkunst Systema, sondern eine der Wurzeln auf der alles Übrige aufbaut.
Es wird ohne Schutzausrüstung trainiert, kontrolliert, langsam und ohne die Klingen mit der Schneide zu kreuzen oder mit Wucht aufeinander krachen zu lassen. Es gibt kein Blocken oder Wegschlagen der gegnerischen Waffe, sondern ein Ableiten. Alle Bewegungen sind fließend und endlos. Die Belastung für Körper und Waffe wird so gering wie möglich gehalten. Geschicklichkeit und Körperbeherrschung sind von größerer Bedeutung als Kraft und rohe Gewalt. Wie im Systema üblich werden keine Einzeltechniken erlernt, sondern Bewegungsprinzipien. Durch das Training mit Schwert und Säbel erlangt der Übende Fertigkeiten und Fähigkeiten, die auf keine andere Art und Weise erlernt werden können. Präzision, Koordination, Körperbeherrschung, Konzentration und Verantwortungsbewußtsein werden hier in besonderer Manier geschult und gefördert. Schwert-/Säbelkampf ist eine der besten Methoden die drei Systema-Grundsäulen, Atmung, Form (Körperhaltung, Bewegung) und Zustand (mentale Kraft), zu trainieren.
Die Bedeutung des Trainings mit Schwert oder/und Säbel hat im Systema also einen hohen Stellenwert und dient dem Studenten in vielfältiger Weise dazu sich sowohl im allgemeinen Waffenkampf als auch im waffenlosen Kampf zu verbessern.
Schwertseminar - Juli 2005
Kurz vor den Sommerferien, am 30. und 31. Juli fand das 5. Systema Schwert-/Säbelseminar bei uns im TV Eibach statt. Mit insgesamt 21 Teilnehmern aus ganz Deutschland war dieses Seminar hervorragend besucht und unsere große Turnhalle bot uns Platz genug um 2 Tage intensiv trainieren zu können. Das Seminar wurde vom Systema Bundestrainer Andreas Weitzel geleitet. Wie bei allen Systema Seminaren herrschte eine entspannte und freundliche Trainingsatmosphäre und alle Teilnehmer, Fortgeschrittene und absolute Neulinge, konnten von den Grundlagen bis hin zu Spezialanwendungen einen Einblick in die Vielfalt des Schwert-/Säbelkampfes im Systema gewinnen. Wir konnten außerdem eine kleine Schwertausstellung organisieren, bei der sich Interessierte ein geeignetes Schwert erwerben konnten. Das gemeinsame Abendessen in unserer Vereinsgaststätte bei Thomas gab viel Raum für Diskussionen und die Möglichkeit in gemütlicher Runde den Abend ausklingen zu lassen.

Hintergrundinformation zum Schwert-/ Säbelkampf im Systema
Viele von Euch werden sich nun fragen warum man sich in der heutigen Zeit noch mit so archaisch anmutenden Waffen beschäftigt, die heute allenfalls historische Bedeutung haben. Ihr meint vielleicht das Mittelalterfieber, das zur Zeit umgeht, hätte nun auch im TV Eibach Einzug gehalten. Wer hat sie nicht schon gesehen, bei den Mittelalterfestspielen im Burggraben oder anderen Mittelalterveranstaltungen: moderne Menschen, verpackt in Rüstungen, Kettenhemden und Harnische, bewaffnet mit Schild, Schwert oder Streitaxt, wild aufeinander eindreschend, daß die Schwerter klirren und die Kämpfer unter der Wucht der Hiebe stöhnen und ächzen. In diesen sogenannten Schaukämpfen wird dem Publikum in bühnenreifer Art eine Interpretation des historischen Schwertkampfes demonstriert, die sehr beeindruckend aussieht, aber in keiner Weise der Auffassung von Schwertkampf im Systema entspricht. Ihr werdet uns also nicht in Rüstung auf dem Vereinsgelände begegnen!
Im Systema gehen wir einen ganz anderen Weg. Es geht nicht um das Nachahmen, Darstellen oder Wiederentdecken einer altehrwürdigen Kunst aus vergangener Zeit um ihrer selbst willen, sondern um Grundlagentraining.
Die Handhabung von Schwert und Säbel hat im Systema eine uralte Tradition, die bis in die heutige Zeit erhalten wurde. Auf ihr basiert technisch sowohl der waffenlose Kampf als auch der Umgang mit anderen Waffen.
Historisch gesehen sind Schwert und Säbel nämlich die Basis der Bewegungsschule und der Kampfanwendungen im Systema, daher sind Schwert- und Säbelkampf noch heute ein fester Bestandteil des modernen Trainings. Der Schwert-/Säbelkampf ist somit keine Teildisziplin der altrussischen Kampfkunst Systema, sondern eine der Wurzeln auf der alles Übrige aufbaut. Wir trainieren ohne Schutzausrüstung, kontrolliert, langsam und ohne die Klingen mit der Schneide zu kreuzen oder mit Wucht aufeinander krachen zu lassen. Es gibt kein Blocken der gegnerischen Waffe, sondern ein Ableiten. Alle Bewegungen sind fließend und endlos. Die Belastung für Körper und Waffe wird so gering wie möglich gehalten. Geschicklichkeit und Körperbeherrschung sind für uns von größerer Bedeutung als Kraft und rohe Gewalt. Wie im Systema üblich werden keine Einzeltechniken erlernt, sondern Bewegungsprinzipien. Durch das Training mit Schwert und Säbel erlangt man Fertigkeiten und Fähigkeiten, die man auf keine andere Art und Weise erlernen kann. Präzision, Koordination, Körperbeherrschung, Konzentration und Disziplin werden hier in besonderer Manier geschult und gefördert. Schwert-/Säbelkampf ist eine der besten Methoden die drei Systema-Grundsäulen, Atmung, Form (Körperhaltung, Bewegung) und Zustand (mentale Kraft), zu trainieren.
Wer sich das einmal anschauen möchte kann jederzeit am Donnerstag von 18:00 bis 19:00 bei uns vorbeikommen und zuschauen oder mittrainieren. Außerdem besteht die Möglichkeit an unserer Informationsveranstaltung am 18. November 2005 von 17:00 bis 19:00 teilzunehmen!
Viele Grüße,
Euer Bernd Tröger