Körperschulung und Fitness
Liebe Leser,
wir hoffen, daß Ihr alle frohe Festtage verbringen konntet und gut ins Jahr 2007 gerutscht seid. Sicher haben viele von Euch gute Vorsätze fürs Neue Jahr gefaßt. Etwas für die Ge-sundheit zu tun steht dabei vermutlich mit an oberster Stelle. Wer seine Gesundheit durch körperliche Betätigung fördern will, hat heutzutage reichlich Auswahl an verschiedensten Möglichkeiten, von der rein sportlichen Aktivität bis hin zur Gymnastik mit philosophischem Hintergrund.
Im Systema gibt es zum Beispiel einen Teilbereich, den man auch mit dem etwas alter-tümlichen aber durchaus treffenden Begriff „Leibeserziehung“ titulieren könnte. Es ist der Bereich unserer Kampfkunst in dem man sich mit Körperschulung und Fitness beschäf-tigt. Hier geht es sicher auch um die Vorbereitung auf kampfsportliche Tätigkeiten, im Be-sonderen aber um die Gesunderhaltung des Körpers. Im Systema definieren wir Gesund-heit nicht als Abwesenheit von Krankheit, sondern als Harmonie zwischen Körper und Psyche und in den Beziehungen zu den Mitmenschen.
Körperschulung im Systema ist nicht gebunden an kampfsportliche Betätigung, denn es werden Bewegungs- und Atemprinzipien erlernt, die auf die unterschiedlichsten Lebensbe-dürfnisse anwendbar sind. Somit eignet sie sich als reine allgemeine Körperschulung für Jedermann, bzw. kann vom Breitensportler bis hin zum Leistungssportler als begleitendes Training ausgeführt werden.
Die Methode beruht im Prinzip darauf durch gezielte Körper – und Atemübungen die öko-nomische Beweglichkeit des Körpers zu erhalten bzw. wiederzuerlangen. Das heißt be-wußter Abbau von statischen, starren Muskelanspannungen (= Verspannung) im Körper, zu Gunsten einer harmonisch fließenden Muskelarbeit. Die Muskelarbeit, also der Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, soll nur dort stattfinden wo sie notwen-dig ist um den gewünschten Bewegungsablauf zu ermöglichen, alles Übrige bleibt ent-spannt. Bei allen Bewegungsabläufen wird ein ausgeglichener Gesamtzustand des Körpers aufrecht erhalten. Der Körper wird flexibler und findet seine maximale individuelle Beweglichkeit. Die Übungen führen nicht hin zu statischen Endpositionen oder speziellen Haltungen, sondern vermitteln einen ununterbrochenen Atem- und Bewegungsfluß. Durch die verbesserte Muskel- und Atemarbeit wird der Blutkreislauf positiv beeinflußt und die Leistungsfähigkeit des Körpers insgesamt gefördert. Besonderer Wert wird bei den Übungen auf die schonende und ergonomische Bearbeitung der Wirbelsäule und der Gelenke gelegt um Verschleißerscheinungen zu vermeiden. Die Übungen sind un-kompliziert und einfach zu erlernen. Viele Übungen können alleine ausgeführt werden, jedoch wird auch großer Wert auf Partner- und Gruppenübungen gelegt um den verant-wortungsvollen Umgang mit anderen Menschen zu fördern und einen Rückzug des einzel-nen in sich selbst, also eine Trainingsvereinsamung, zu vermeiden. Überhaupt wird im Systema eine Isolierung des Individuums vermieden und die Zusammenarbeit zwischen den Übenden gefördert.
Folgende Inhalte werden durch die Körperschulung im Systema vermittelt:
Atemschulung als Grundlage für alle Bewegungs- und Entspannungsübungen
Haltungs- und Bewegungsanalyse zur Erkennung belastender Körperzustände
Erarbeiten ökonomischer Bewegungsabläufe
Konditionsaufbau unter Erhaltung einer elastischen, flexiblen Muskulatur
Schulung der Körperwahrnehmung und des Körpergefühls
Förderung von Koordination und Balance
Verletzungsvermeidung
Entspannungsmassage
Körperschulung im Systema hat in Rußland eine lange und erfolgreiche Tradition und wird dort von erfahrenen Lehrern auch im Bereich der Rehabilitation und Heilung angewendet. Gerade die Kombination von Bewegung und Atmung ermöglicht dem Übenden tiefe Einbli-cke in die Funktionsweise des Körpers und jeder kann bei entsprechender Bereitschaft und Übungswillen seine persönlichen Fähigkeiten entdecken und fördern.